Wer in der Drucklufttechnik, im Rohrleitungsbau oder in der Werkstatt mit Fittingen, Kupplungen oder Verschraubungen arbeitet, stößt früher oder später auf Zollangaben wie G 1/2″ oder R 3/4″. Doch was bedeuten diese Bezeichnungen eigentlich, wie groß ist ein Gewinde in Millimetern und worin unterscheiden sich zylindrische und konische Zollgewinde? Diese Zoll-Gewinde-Tabelle gibt Ihnen einen schnellen und zuverlässigen Überblick – inklusive der wichtigsten Werte zum Nachschlagen.

Was ist ein Zollgewinde?

Ein Zollgewinde ist ein Gewinde, dessen Nenngröße auf dem anglo-amerikanischen Maßsystem (Zoll bzw. Inch) basiert, auch wenn die tatsächlichen Abmessungen heute meist metrisch genormt sind. In der Druckluft- und Wasserinstallation hat sich dafür traditionell das Whitworth-Rohrgewinde durchgesetzt. Es ist bis heute der Standard bei Kompressoren, Wartungseinheiten, Kupplungen und den meisten Druckluftkomponenten in Europa.

Typische Bezeichnungen, denen Sie in Katalogen und auf Bauteilen begegnen:

  • G – zylindrisches Whitworth-Rohrgewinde (ISO 228)
  • R / Rp – konisches bzw. konisch-zylindrisches Whitworth-Rohrgewinde (ISO 7-1)
  • NPT – American National Pipe Thread (in den USA verbreitet)
  • UNC / UNF – Unified-Gewinde für Schrauben und Maschinenbauteile

Für die Praxis in der Drucklufttechnik sind vor allem G- und R-Gewinde relevant – deshalb liegt der Fokus dieser Tabelle darauf.

G-Gewinde und R-Gewinde: Der entscheidende Unterschied

Bevor Sie ein Bauteil bestellen, sollten Sie wissen, ob ein zylindrisches oder ein konisches Gewinde benötigt wird – beide sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, dichten aber unterschiedlich ab.

G-Gewinde (zylindrisch, nach ISO 228): G-Außengewinde werden in G-Innengewinde eingeschraubt. Da beide Gewindepartner zylindrisch sind, entsteht durch das Gewinde selbst keine Dichtwirkung – die Abdichtung erfolgt über einen gekammerten O-Ring oder eine Flachdichtung. G-Gewinde finden Sie häufig an Verschraubungen, Kupplungen und Wartungseinheiten in Druckluftanlagen.

R-Gewinde (konisch, nach ISO 7-1): R-Außengewinde werden in R- oder G-Innengewinde eingeschraubt. Durch die konische Form (Kegel 1:16) presst sich das Gewinde beim Anziehen selbst dicht – zusätzlich wird meist mit Teflonband oder Dichtmasse gearbeitet. R-Gewinde kommen typischerweise bei Rohrverschraubungen zum Einsatz, bei denen die Dichtheit direkt über das Gewinde erzeugt werden muss.

Merksatz: G = zylindrisch = Dichtung notwendig (O-Ring/Flachdichtung). R = konisch = dichtet über das Gewinde selbst (mit Teflonband).

Zoll-Gewinde-Tabelle: G-Gewinde nach ISO 228 (BSP)

Gewindekennung Zoll Außendurchmesser [mm] Kerndurchmesser [mm] Gänge je Zoll Steigung [mm]
G 1/8″ 1/8 9,73 8,57 28 0,907
G 1/4″ 1/4 13,16 11,45 19 1,337
G 3/8″ 3/8 16,66 14,95 19 1,337
G 1/2″ 1/2 20,95 18,63 14 1,814
G 5/8″ 5/8 22,91 20,59 14 1,814
G 3/4″ 3/4 26,44 24,12 14 1,814
G 1″ 1 33,25 30,29 11 2,309
G 1 1/4″ 1 1/4 41,91 38,95 11 2,309
G 1 1/2″ 1 1/2 47,80 44,85 11 2,309
G 2″ 2 59,61 56,66 11 2,309

Alle Angaben sind Richtwerte gemäß DIN ISO 228. Für sicherheitsrelevante Anwendungen empfehlen wir, die Maße mit einer Gewindelehre zu prüfen.

Zoll-Gewinde-Tabelle: R-Gewinde nach ISO 7-1 (BSPT)

Gewinde außen (R) Gewinde innen (Rp) Nennweite (DN) Außendurchmesser [mm] Gänge je Zoll Steigung [mm]
R 1/8″ Rp 1/8″ 6 9,73 28 0,907
R 1/4″ Rp 1/4″ 8 13,16 19 1,337
R 3/8″ Rp 3/8″ 10 16,66 19 1,337
R 1/2″ Rp 1/2″ 15 20,95 14 1,814
R 3/4″ Rp 3/4″ 20 26,44 14 1,814
R 1″ Rp 1″ 25 33,25 11 2,309
R 1 1/4″ Rp 1 1/4″ 32 41,91 11 2,309
R 1 1/2″ Rp 1 1/2″ 40 47,80 11 2,309
R 2″ Rp 2″ 50 59,61 11 2,309

Sie sehen: Die Nenngröße in Zoll (z. B. „1/2 Zoll“) entspricht nicht direkt dem realen Außendurchmesser in Millimetern. Ein „1 Zoll“-Gewinde hat beispielsweise einen Außendurchmesser von rund 33,25 mm statt der rechnerischen 25,4 mm – ein häufiger Irrtum, der beim Nachmessen mit dem Messschieber zu Verwechslungen führt.

Zoll in mm umrechnen: So funktioniert die Berechnung

Rein rechnerisch gilt zwar 1 Zoll = 25,4 mm, doch bei Rohr- und Fittinggewinden bezieht sich die Zollangabe historisch auf die Nennweite des Rohrs, nicht auf den tatsächlichen Gewindedurchmesser. Deshalb gilt in der Praxis: Verlassen Sie sich bei Gewindeangaben immer auf die Werte aus der Gewindetabelle statt auf die reine Umrechnungsformel.

Für die Gewindesteigung gilt folgende Formel:

Steigung [mm] = 25,4 / Gänge je Zoll (TPI)

Beispiel: Bei einem G 1/2″-Gewinde mit 14 Gängen je Zoll ergibt sich eine Steigung von 25,4 / 14 = 1,814 mm – exakt der Wert aus der Tabelle oben.

Weitere Zollgewinde-Systeme im Überblick

Neben G- und R-Gewinde begegnen Ihnen gelegentlich weitere Zollgewinde-Normen:

  • NPT (National Pipe Thread): In den USA und Kanada verbreitetes konisches Rohrgewinde mit 60°-Flankenwinkel – nicht kompatibel mit BSP/Whitworth-Gewinden (55°-Flankenwinkel).
  • UNC/UNF (Unified Coarse/Fine): Zollgewinde für Schrauben und Maschinenbauteile, angegeben als Zoll-Bruch plus TPI.
  • BSW/BSF (British Standard Whitworth): Ältere britische Schraubengewinde, heute vor allem bei Altmaschinen relevant.

Wichtig: Whitworth- und Unified-Gewinde haben unterschiedliche Flankenwinkel (55° vs. 60°) und dürfen nicht kombiniert werden – sonst drohen beschädigte Gewinde und undichte Verbindungen.

Praxistipp für die Drucklufttechnik

In Druckluftanlagen – von der Wartungseinheit über Kupplungen bis zum Schlauchanschluss – dominieren fast ausschließlich G- und R-Gewinde. Bevor Sie ein Ersatzteil oder eine neue Verschraubung bestellen, lohnt sich ein kurzer Check:

  1. Gewindeart bestimmen: Zylindrisch (G) oder konisch (R)? Ein Blick auf das Bauteil oder ein Fingertest (konische Form verjüngt sich sichtbar) gibt Aufschluss.
  2. Durchmesser nachmessen: Mit Messschieber den Außendurchmesser ermitteln und mit der Tabelle abgleichen.
  3. Dichtkonzept beachten: Bei G-Gewinden auf O-Ring/Flachdichtung achten, bei R-Gewinden auf Teflonband oder Dichtmasse.
  4. Im Zweifel messen statt schätzen: Gerade bei älteren Anlagen oder Mischinstallationen lohnt sich die Prüfung mit einer Gewindelehre, um Leckagen durch falsch kombinierte Gewinde zu vermeiden – ein häufiger, aber vermeidbarer Grund für Druckluftverluste.

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Häufig gestellte Fragen zur Zoll-Gewinde-Tabelle

Wie groß ist ein 1/2-Zoll-Gewinde in mm? Ein G 1/2″- bzw. R 1/2″-Gewinde hat einen Außendurchmesser von rund 20,95 mm.

Was ist der Unterschied zwischen G- und R-Gewinde? G-Gewinde sind zylindrisch und benötigen eine zusätzliche Dichtung (O-Ring/Flachdichtung). R-Gewinde sind konisch und dichten über die Kegelform des Gewindes selbst, meist unterstützt durch Teflonband.

Kann ich ein R-Gewinde in ein G-Gewinde einschrauben? Ja, ein R-Außengewinde passt in ein G-Innengewinde. Umgekehrt (G-Außengewinde in R-Innengewinde) funktioniert die Kombination jedoch nicht zuverlässig dicht.

Warum entspricht 1 Zoll nicht 25,4 mm Gewindedurchmesser? Weil sich die Zollangabe bei Rohrgewinden historisch auf die Nennweite des Rohrs bezieht, nicht auf den tatsächlichen Außendurchmesser des Gewindes. Nutzen Sie deshalb immer eine Gewindetabelle statt der reinen Umrechnung.

Welche Gewindeart wird in der Drucklufttechnik am häufigsten verwendet? In Europa dominiert das Whitworth-Rohrgewinde in den Ausführungen G (zylindrisch) und R (konisch), etwa bei Kompressoren, Wartungseinheiten und Druckluftkupplungen.

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