Fazit zum 10. Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongress

Dieses Jahr fand der 10. Ressourceneffizienz- und Klimawirtschaftskongress am 13. und 14. Oktober in der Liederhalle in Stuttgart statt. Rund 800 Besucher waren zu der Präsenzveranstaltung zugelassen. Der Kongress beschäftigt sich mit den großen Fragen unserer Zeit. Stichworte wie Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und nachhaltiges Wirtschaften sind hier Programm.

Einer der ersten und auch wichtigsten Diskussionen war die Abgrenzung und Definition der großen Schlagworte. De Begriffe CO2-Neutralität, Klimaneutralität und Umweltneutralität sorgten auch bei den Referentinnen und Referenten für Verwirrung.

CO2-Neutralität

CO2-Neutralität bedeutet, dass kein CO2 in die Atmosphäre emittiert wird oder die CO2-Emissionen bilanziell kompensiert werden. Dies geschieht durch Ausgleichsmaßnahmen oder dem Kauf von Ausgleichszertifikaten. Streng genommen kann ein Unternehmen CO2 neutral agieren und trotzdem klimaschädliche Treibhausgase wie z.B. Methan emittieren.

Klimaneutralität

Klimaneutralität bedeutetet, dass alle emittierten Schadstoffe bilanziell kompensiert werden und keinen negativen Einfluss auf das Klima haben. Der Anspruch ist hier wesentlich höher als bei der CO2-Neutralität.

Umweltneutralität

Nicht nur das Klima ist von unserem Handeln betroffen. Umweltneutralität bedeutet, dass alle umweltrelevanten Faktoren berücksichtigt werden. Hier werden auch Auswirkungen auf z.B. Gewässer oder Böden berücksichtigt. Die Aspekte aus CO2-Neutralität und Klimaneutralität sind hier auch berücksichtigt.

Für die Zukunft ist es sicherlich wünschenswert, dass von der europäischen Union klare Definitionen der beschriebenen Begrifflichkeiten vorgegeben werden.

Scope 3

Eine weitere spannende Erkenntnis ist das Thema Scope 3. Treibhausgasemissionen werden in drei „Scopes“ kategorisiert. Scope 1 bezeichnet die Emissionen, die einem Unternehmen direkt zuordnungsbar sind. Dazu gehört z.B. der eigene Heizkessel im Unternehmen. Scope 2 bezeichnet hauptsächlich die Emissionen aus der Nutzung der Energie von externen Anbietern. Strom von einem Stromanbieter ist ein Beispiel. Scope 1 und 2 ist bei vielen Unternehmen Programm. Eine Protokollierung ist verhältnismäßig einfach. Anspruchsvoller wird der Scope 3. Hier werden die Emissionen berücksichtigt, die aus Aktivitäten resultieren, die dem Unternehmen nicht direkt zuordnungsbar ist. Beispielsweise hat die Automobilindustrie mit Verbrennungsmotoren sehr hohe Emissionen im Scope 3. Außerdem ist die Erfassung der Emissionen sehr aufwendig.

Interessant war, dass große Firmen wie BASF, Dürr oder Schmalz am Scope 3 arbeiten. Das ist ein deutliches Signal an die Politik: in Teilen ist die Wirtschaft der Politik voraus.

Abschließend möchte ich die Worte von Herrn Ministerpräsident Kretschmann zitieren: „wir brauchen Tempo“. Es bleibt also spannend mit welchem Tempo der Umwelt- und Klimaschutz angegangen wird. Insbesondere zukünftige CO2-Preise werden die Zukunft beeinflussen.

Quellen: wikipedia.org/wiki/Klimaneutralit%C3%A4t und allianz-entwicklung-klima.de/toolbox/was-sind-scopes-geltungsbereiche-bei-der-berechnung-der-unternehmensbezogenen-treibhausgasemissionen

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